6b. Bildgestaltung Teil2

6.9 Lichtverhältnisse

Die Lichtrichtung spielt hier eine große Rolle.
Wenn Du bei Sonnenlicht mit Licht im Rücken fotografierst (Vorderlicht 0 – 20°), ist zwar die Belichtung einfach, allerdings fehlt dem Bild dann Schatten. Dadurch wirkt das Bild oft unnatürlich, da der Schatten ein wichtiger Teil ist, der auch für einen gewissen dreidimensionalen Eindruck sorgt. Neben dem Vorderlicht gibt es noch das Seitenlicht, das Streiflicht und das Gegenlicht. Im Seitenlicht fallen die Schatten zur Seite und erzeugen Räumlichkeit, so wird das Bild kontrastreich und spannend. (Licht aus ca. 20 – 80°)

Lichtrichtungen

Das Streiflicht kommt direkt von der Seite (Licht aus ca. 80 – 100°) und eignet sich sehr gut um Konturen darzustellen.


Das Gegenlicht (mehr als 100°) sorgt für die größten Kontraste. Die vollautomatische Belichtung stößt hier schnell mal an ihre Grenzen. Im Gegenlicht entstehen aber oft die interessantesten Bilder mit richtig toller Stimmung.


Ein Problem, welches hier entsteht, ist die Tatsache, dass dein eigentliches Motiv nicht genügend Licht bekommt, also zu dunkel wirkt. Dies kannst Du mit Reflektoren oder einem Aufhellblitz ausgleichen.


Willst Du etwas zeigen, dann mit dem Licht, also Vorderlicht.
Willst Du formen, dann nimm Seitenlicht.
Willst Du Stimmung erzeugen, dann mit Gegenlicht.
Eine weitere Rolle spielt die Lichthöhe.
Tagsüber hast Du im freien meist Oberlicht, welches logischerweise mehr oder weniger von oben kommt.
Dies erzeugt bei Portraits unschöne Schatten unter der Nase und unter dem Kinn und ist daher für Portraits weniger geeignet.

Hier wird dann gerne das Unterlicht verwendet, das aus einer Position unterhalb der Kamera kommt. Das kannst Du aber nur mit extra Lampen oder Blitzen realisieren. Unterlicht wirkt oft unnatürlich, betont das Motiv aber in besonderer
Art und Weise.


Direktes Sonnenlicht wird als hartes Licht bezeichnet, weil es für ausgeprägte Schatten und hohe Kontraste sorgt.


Je mehr Wolken am Himmel stehen, desto weicher wird das Licht, welches man auch gerne als diffuses Licht bezeichnet. Dieses weiche Licht erzeugt sanftere Fotos, weil die Schatten heller wirken und die Ränder unschärfer.


Dein Bild wirkt sanfter als bei direkter Belichtung mit starkem Schatten.

6.10 Führende Linien

Linien sind ein wichtiges Mittel, um dein Bild zu strukturieren.
Sie lenken den Blick des Betrachters, deshalb nennt man sie auch Fluchtlinien, weil sie im besten Fall den Blick aufs Hauptmotiv lenken und dort zusammentreffen, der sogenannte Fluchtpunkt.
Diese Linien erzeugen Räumlichkeit, also Tiefe.
Achte beim fotografieren auf Linien, welche Du ab jetzt wahrscheinlich permanent sehen wirst. Straßen, Mauern, Zäune, Wege, Leitungen, Hecken usw.
Du kannst den Blick aber auch anderweitig lenken, wenn dein Modell zum Beispiel in eine bestimmte Richtung sieht, schaut der Betrachter automatisch auch in diese Richtung auf dem Bild.

Führende Linien F3.5 – 8 S. – ISO 100 – 27 mm


Hast Du jetzt Diagonalen im Bild, also Linien die weder senkrecht noch waagerecht verlaufen, so erzeugst Du besonders viel Spannung und Räumlichkeit.
Wenn Dein Bild keine Diagonalen hat, so kannst Du das evtl. durch einen Perspektivwechsel ändern (von der Seite statt von vorne). Das seitliche fotografieren hat den Vorteil, dass Strukturen besser sichtbar werden, außerdem richtet sich der Blick des Betrachters in
der Regel immer nach den Linien und Diagonalen.

Führende Linien F3.5 – 1/60 S. – ISO 640 – 40 mm


Waagerechte und Senkrechte Linien können dir helfen, dein Bild räumlich zu teilen, denke hier bitte immer auch an den goldenen Schnitt. Waagerechte Linien verlaufen horizontal und senkrechte vertikal.

6.11 Perspektive

Die Perspektive ist immer vom Standort abhängig, genau genommen vom Standort der Kamera.
Änderst Du also den Standort deiner Kamera, so änderst Du automatisch auch die Perspektive.


Je nach Perspektive kannst Du dein Bild in verschiedene Richtungen beeinflussen.
Der Hintergrund wird durch verschiedene Perspektiven beeinflusst, auch der Lichteinfall ändert sich, und dann spielt auch noch die Höhe eine Rolle. Nimm dir bei deinem nächsten Fotowalk doch mal die Zeit, um verschiedene Perspektiven zu testen. Versuche, das selbe Motiv aus verschiedenen Winkeln, verschiedenen Höhen und unterschiedlichen Entfernungen aufzunehmen. Sieh dir die unterschiedlichen Ergebnisse an und vergleiche sie!

Zentralperspektive


Die klassische Perspektive ist die Zentralperspektive.
Hier befindet sich die Kamera auf Augenhöhe, oder gerade und mittig zum Motiv.


Die Froschperspektive ist vor allem aus der Architekturfotografie bekannt, um den Platzmangel bei sehr großen Gebäuden auszugleichen.
Hier fotografierst Du von unten nach oben. Mit dieser Perspektive kannst Du Größe darstellen, hier wirkt dein Motiv größer, wohingegen der Betrachter den Eindruck hat, er
wäre sehr klein. Wenn Du also die Froschperspektive wählst, kannst Du kleine Dinge unglaublich groß erscheinen lassen.

Froechperspektive


Genau umgekehrt funktioniert die Vogelperspektive.
Je nach den örtlichen Gegebenheiten fotografierst Du oberhalb der Augenhöhe nach unten.
Diese Perspektive lässt sich nicht immer umsetzen, da die erhöhten Punkte wie beispielsweise ein Kirchturm entweder nicht vorhanden, oder eben nicht zugänglich
sind. Hiermit lässt Du das Motiv relativ klein wirken, und der Betrachter fühlt sich dementsprechend größer.

Vogelperspektive

Außer den schon erwähnten Perspektiven gibt es noch die Luftperspektive.
Sie entsteht im Grunde automatisch auf große Entfernung, wo das Foto zum Hintergrund
immer mehr an Kontrast abnimmt und heller wird.


Zusätzlich gibt es dann noch die Farbperspektive, bei der die Farben für Räumlichkeit und Tiefe sorgen, vor allem wenn warme Farbtöne im Vordergrund dominieren und kältere Töne im Hintergrund.

6.12 Konturen, Strukturen und Kontraste

Konturen sind wichtige Gestaltungsmittel beim Fotografieren, sie sind die Umrisse eines Bildelements und entstehen durch deutliche Farbübergänge auf engem Raum. Sie sind auch ein wichtiges Element für ein kontrastreiches Bild. Sie entstehen beim Fotografieren
eigentlich automatisch.


Strukturen sind Muster, die auch für Kontrast, Räumlichkeit und Tiefe sorgen. Bei hartem Licht wird dieser Effekt verstärkt, bei weichem Licht hingegen werden die Strukturen weniger sichtbar.


6.13 Rahmen

Bei vielen Bildern wirken Rahmen schöner, als das selbe Bild ohne Rahmen.
Du kannst natürlich im nachhinein in der Bildbearbeitung einen Rahmen hinzufügen, allerdings kann es auch sehr schön sein, wenn Du beim Fotografieren auf eventuelle
natürliche Rahmen achtest.


Diese natürlichen Rahmen findest Du eigentlich fast immer und überall.
So kann eigentlich alles was auch nur irgendwie richtig platziert werden kann als Rahmen dienen, wie zum Beispiel ein Fenster, Tore, Hecken, Äste, Zäune und Gitter.

natürlicher Rahmen

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Da ist eigentlich alles mit drin, was ich euch hier beschreibe und verlinke.

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